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Oodinium

Oodinium

Oodinium ist ein sog. Dinoflagellat. Charakteristisch sind 2 Flagellen während des mobilen Stadiums. Dinoflagellaten gibt es in einem unglaublichen Form und Artenreichtum. So besteht ein bedeutender Anteil des Planktons aus Dinoflagellaten. Rund die Hälfte der Dinoflagellaten betreibt Photosynthese wie z.B. die symbiontischen Zooxanthellen in Korallen. Andere leben räuberisch oder eben als Parasit.

Im Vergleich zu Ichty verlaufen Oodinium Infektionen deutlich langsamer, aber ohne Behandlung nicht weniger tödlich. Dabei ist der Zyklus, den Oodinium durchlebt praktisch identisch mit dem von Ichty. (Obwohl sie überhaupt nicht miteinander verwand sind)
Es gibt (mindestens) 5 verschiedene Oodinium Arten, je 2 die entweder im Süß- oder im Meerwasser vorkammen und eine Art, Oodinoides vastator, soll sowohl im Süß als auch im Meerwasser vorkommen.


Oodinium befällt viele Fischarten, besonders empfindlich sind aber Bärblinge und Fadenfische. Auffällig ist, das manche Jahre so gut wie keine Infektionen auftreten und andere Jahre ganz massiv.


Symptome

Äußerlich sehen Tiere bei starkem Befall aus wie mit Goldstaub eingepudert, wobei man erst einen starken Befall wirklich sehen kann. Besonders bei hellen Fischen sieht man die Krankheit erst im weit fortgeschrittenen Stadium.

Am wichtigsten ist es seine Tiere zu kennen und zu beobachten. Viele Erkrankungen, so auch Oodinium, kündigen sich mit Verhaltensänderungen an. In diesem Fall werden die Tiere nervös oder hektisch und scheu.

Generell kann man die klitzekleinen Pünktchen als erstes auf den Flossen oder an den Schppenrändern sehen. Wenn im fortgeschrittenen Stadium die Haut großflächig zerstört ist, kommt eine Behandlung zu spät.

Diagnose

Eine gesicherte Diagnose ist nur mit dem Mikroskop möglich, auch wenn das geübte Auge mit gewisser Sicherheit Oodinium ohne Hilfe erkennen kann.

Die dunklen, unbeweglichen Ei oder Kugelförmigen Parasiten sind eindeutig und gut unter dem Mikroskop ab einer ca. 40 fachen Vergrößerung zu sehen

Odinium Bilder

Behandlung

Als optimal hat sich eine kombinierte Behandlung mit Kupfersulfat (z.B. JBL Oodinol) bei gleichzeitiger Gabe von ca. 0,3% Meersalz (kein Kochsalz!) gezeigt. Eine Temperaturanhebung ist nicht nötig - bereits nach wenigen Stunden sind bei dieser Behandlung die Parasiten vom Fisch verschwunden. Aber Achtung! Bitte noch 3-4 Tage weiter behandeln, sonst sind die Tiere nach 2-3 Tagen wieder befallen.

Zwar erreicht man mit der Behandlung - im Gegensatz zu Ichty - auch die Parasiten auf der Haut, aber die Behandlung ist trotzdem oft langwierig, da anscheinend Zysten und / oder Dauerstadien dieses Parasiten existieren, die eine Behandlung recht gut überstehen. Deshalb ist es extrem wichtig sich nicht vom schnellen Erfolg einer Behandlung blenden zu lassen, sondern wirklich 4-5 Tage zu behandeln.