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Kiemenwürmer

Kiemenwürmer

Kiemenwürmer sind keine netten Gesellen. Ein Befall kann sehr lange ohne nennenswerte Symptome bleiben- und deshalb auch unerkannt. Aber irgendwann sind die Tiere gestresst - und sei es durch den Ablaichvorgang. Meistens jedoch geschieht der Krankheitsausbruch (nicht die Infektion) mit den typischen Symptomen jedoch als Folge einer Verschlechterung der Umweltbedingungen. Besonders gerne scheinen es Kiemenwürmer zu mögen, wenn die Kiemen verschleimen, wie es z.B. bei starken pH Schwankungen oder Belastungen durch Chemikalien (z.B. Algenvertilger, kupferhaltige Medikamente, reizende Stoffe wie Wasserstoffperoxid, Ozon) passieren kann.

Symptome

  • schnelle Kiemenbewegung
  • hängen an der Oberfläche, oft direkt am Filterausgang
  • ungleichmäßige Kiemenbewegung
  • Verstärkung der Symptome bei Reduzierung des Sauerstoffgehaltes
  • bei Jungfischen: ungleichmäßiges Wachstum und hohe Sterblichkeitsrate
  • viele unspezifische Symptome: schlechte Farben, Fressunlust, Tiere sind scheu usw.
  • meist zeigen nur einzelne Tiere diese Symptome

leicht zu verwechseln mit folgenden Krankheiten

  • Chilodonella (großer bohnenförmiger Hauttrüber)
  • echter Sauerstoffmangel
  • Nitritvergiftung
  • Kupfervergiftung

Diagnose

Kiemenwürmer lassen sich nur mittels Mikroskop sicher nachweisen. Bei größeren Tieren lässt sich, am lebenden Fisch, mit einer sehr spitzen Pinzette vorsichtig eine kleine Probe Kiemenlamellen entnehmen. Ist das Tier noch nicht zu sehr geschwächt übersteht es diese Prozedur meist Unbeschadet.

Kleiner Fische, wie Neon, Rotkopfsalmler oder Platy müssen vorher abgetötet werden. Die Entnahme einer Kiemenprobe würde den sicheren, langsamen Tod der Tiere bedeuten.

Bereits bei einer 50 fachen Vergrößerung lassen sich die Kiemenwürmer gut erkennen. Charakteristisch sind die 4 dunklen "Augenflecken".

Kiemenwürmer Bilder

Kiemenwürmer Video

Behandlung

Die mit Abstand besten Behandlungserfolge haben wir in letzter Zeit mit dem Medikament Dactycid gehabt. Da Kiemenwürmer eierlegend sind, ist eine einzige Behandlung keinesfalls ausreichend, da nur die Würmer, nicht jedoch die Eier vom Wirkstoff erreicht werden. Eine 2, besser 3 malige Behandlung im Abstand von einer Woche hat sich bewährt.

Anmerkung: Manchmal kommt es, vermutlich durch absterbende Kiemenwürmer während der Behandlung zu einer besonders starken Verschleimung der Kiemen, gefolgt von einem starken Bakterienbefall. Optimale Wasserqualität und eine möglichst geringe Keimzahl im Wasser (UV Wasserklärer haben sich hier bewährt) sind hier die beste Vorsorge.